Systemische Therapie bei Lebensübergängen und Lebensumbrüchen

„Die Zukunft lässt sich nicht vorhersagen, aber gestalten.“

Steve de Shazer

Lebensübergänge, Lebensumbrüche

Damit wir uns weiterentwickeln können, braucht es Umbrüche und Veränderungen im Leben. Diese Übergänge können gleichzeitig verunsichern und neugierig machen, Abschied und Aufbruch enthalten. Sie laden uns ein, innezuhalten, sich neu zu orientieren und das eigene Leben bewusst weiterzugestalten. Veränderung liegt in der Luft, aber das Neue ist noch nicht klar greifbar. Manchmal ist zunächst nur tiefe Erschöpfung spürbar.

Systemische Therapie kann beispielsweise zu folgenden Themen unterstützend sein:

  • Paarbeziehung nach dem Auszug der Kinder

  • Ruhestand / Vorruhestand / Altersteilzeit

  • Beruflicher Wiedereinstieg (nach Elternzeit, Krankheit, Sabbatical)

  • Trennung, Abschied, Verlust von Partner*in, Arbeitsstelle, Lebensträumen

  • Vorbereitung auf eine neue Lebensphase

Lebensumbrüche und Übergänge

Wenn sich das Leben neu ordnet

Lebensumbrüche und Übergänge markieren Zeiten des Wandels. Sie entstehen dort, wo Vertrautes endet, sich Rollen verändern und eine neue Lebensphase beginnt. Auch wenn diese Übergänge von außen betrachtet oft „normal“ oder erwartbar erscheinen, werden sie innerlich manchmal als verunsichernd, leer oder widersprüchlich erlebt.

Aus systemischer Sicht sind Lebensübergänge keine Störungen, sondern natürliche Phasen der Neuordnung. Sie fordern dazu auf, bisherige Selbstverständnisse, Beziehungen und Alltagsstrukturen zu überprüfen und neu auszurichten. Dabei können sich Unsicherheit, Trauer oder Zweifel ebenso zeigen wie Neugier, Hoffnung und Gestaltungswille.

Paarbeziehungen nach dem Auszug der Kinder 

Der Auszug der Kinder stellt für viele Paare einen tiefgreifenden Übergang dar. Eine Lebensphase, die über Jahre stark durch Elternschaft als gemeinsame Aufgabe geprägt war, geht zu Ende. Plötzlich entsteht mehr Raum – zeitlich, organisatorisch und emotional. Dieser Raum kann als befreiend erlebt werden, aber auch als ungewohnt oder zunächst etwas leer.

Manche Paare entdecken sich neu, andere geraten in Distanz, es kommt zu Konflikten und unterschiedlichen Zukunftsvorstellungen. In der systemischen Therapie wird dieser Übergang als gemeinsame Entwicklungsaufgabe verstanden: Was hat die Partnerschaft bisher getragen? Welche Rollen dürfen sich verändern? Und wie kann Nähe jenseits der Elternrolle neu gestaltet werden?

Übergänge in den Ruhestand 

Der Eintritt in den Ruhestand, Vorruhestand oder in Altersteilzeit bedeutet weit mehr als das Ende der Erwerbstätigkeit. Arbeit ist für viele Menschen mit Identität, Struktur, sozialer Einbindung und Sinn verbunden. Fällt dieser Rahmen weg, entstehen Fragen nach Zugehörigkeit, Selbstwert und Lebensgestaltung.

Auch wenn der Ruhestand oft lange geplant ist, kann der tatsächliche Übergang verunsichern. Systemisch betrachtet geht es hier um die Neugestaltung von Rollen, Tagesstrukturen und Beziehungen – sowohl innerhalb der Familie als auch im sozialen Umfeld. Der Übergang in eine neue Lebensphase bietet die Möglichkeit, andere Schwerpunkte zu setzen, verlangt jedoch zugleich Abschied von einem vertrauten Lebensabschnitt.

Beruflicher Wiedereinstieg 

Der berufliche Wiedereinstieg nach Elternzeit, Krankheit oder Sabbatical ist häufig mit ambivalenten Gefühlen verbunden. Freude über neue Möglichkeiten steht neben Unsicherheit, Leistungsdruck oder der Sorge, nicht mehr anzuknüpfen zu können. Alte und neue Rollen – etwa als Elternteil, als Arbeitnehmer*in mit vielleicht veränderten körperlichen Voraussetzungen – müssen miteinander in Einklang gebracht werden.

In der systemischen Therapie wird dieser Übergang nicht nur als berufliche Herausforderung gesehen, sondern als biografischer Wendepunkt, der Fragen nach Selbstbild, Erwartungen und inneren Antreibern aufwirft. Ziel ist es, Orientierung zu gewinnen und den Wiedereinstieg in einer stimmigen Weise zu gestalten, die zur aktuellen Lebensphase passt.

Trennung und Abschied, Verlust von Lebensträumen

Lebensumbrüche sind oft mit Abschied verbunden – von Partner*innen, Arbeitsstellen, vertrauten Lebensformen oder lange gehegten Zukunftsvorstellungen. Nicht jeder Verlust ist sichtbar oder im gesellschaftlichen Bewusstsein verankert. Besonders der Abschied von Lebensträumen kann schmerzhaft sein, weil er oft leise geschieht und wenig Raum bekommt.

Systemisch wird Verlust nicht nur als individuelles Erleben verstanden, sondern als Ereignis, das das gesamte Beziehungssystem berührt. Trauer, Wut, Erleichterung und Schuldgefühle können nebeneinander bestehen. In der systemisch-therapeutischen Begleitung geht es darum, diesen Gefühlen Raum zu geben und den Verlust in die eigene Lebensgeschichte zu integrieren, ohne dass er das gesamte Erleben bestimmt.

Vorbereitung auf neue Lebensphasen

Nicht jeder Übergang entsteht aus einer Krise heraus. Manche Menschen suchen Unterstützung, um sich bewusst auf eine neue Lebensphase vorzubereiten – etwa vor einem beruflichen Wechsel, dem Ende der Familienphase oder dem Eintritt in einen ruhigeren Lebensabschnitt.

Systemische Therapie kann hier helfen, innezuhalten und Fragen zu klären: Was soll bleiben, was darf sich verändern? Welche Ressourcen stehen zur Verfügung? Und wie können Übergänge selbstfürsorglich gestaltet werden?

Eine bewusste Vorbereitung kann dazu beitragen, Übergänge nicht nur zu „bewältigen“, sondern als gestaltbaren Prozess zu erleben.

Erschöpfung als Einladung zur Neuordnung

Eine neue Lebensphase kann sich zunächst auch als tiefe Erschöpfung zeigen. Das Leben ruft nach Veränderung. Die Erschöpfung ist dann der Anfang eines neuen Weges. Sie macht auf etwas aufmerksam, das gehört werden möchte. In der systemisch-therapeutischen Begleitung können Zusammenhänge verstehbar, Ressourcen sichtbar und neue Formen von Balance entwickelt werden.

Nicht die schnelle Lösung steht im Vordergrund, sondern ein Prozess, der Entlastung, Klarheit und Selbstfürsorge ermöglicht – eingebettet in die jeweiligen Lebens- und Beziehungskontexte.

Erschöpfung kann – so schwer sie sich anfühlt – auch eine Einladung sein: innezuhalten, zu sortieren und zu prüfen, was weiterhin getragen werden kann und was nicht mehr. Sie stellt Fragen nach Grenzen, Bedürfnissen und nach dem, was langfristig trägt.

Systemische Therapie in Zeiten des Wandels

Lebensübergänge müssen nicht allein bewältigt werden. Systemische Therapie bietet einen geschützten Rahmen, um Lebensumbrüche und Übergänge bewusst zu betrachten. Sie unterstützt dabei, Abschied zu nehmen, Orientierung zu finden und neue Perspektiven zu entwickeln – im eigenen Tempo und im Einklang mit den jeweiligen Lebensumständen, insbesondere dann, wenn der Weg zunächst unübersichtlich erscheint.

Sie befinden sich aktuell in einem Lebensumbruch oder in einem Übergang und spüren, dass Vertrautes endet und Neues noch unklar ist? Für manche Menschen ist es hilfreich, diesen Wandel mit professioneller Unterstützung zu gestalten. Falls Sie sich eine systemische Begleitung vorstellen können, melden Sie sich gern.

Im systemischen Prozess können wir gemeinsam schauen, was verabschiedet werden möchte, was bleiben darf und welche neuen Perspektiven sich entwickeln lassen. In einem Vorgespräch klären wir in Ruhe, ob eine systemisch-therapeutische Begleitung für Sie hilfreich sein könnte.

Ich arbeite in eigener Praxis in Berlin-Charlottenburg oder online, perspektivisch auch im Raum Potsdam. Termine sind in der Regel innerhalb von 10 Tagen möglich.

Kontakt

mail@systemische-therapie-jetzt.de
Telefon: 030-34 50 85 88

Praxis

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